Mamaleben...

Bist du schon Mama? Oder noch nicht? Die Mamas unter euch werden nun bestimmt zum schmunzeln kommen.


Falls nicht, hast du vielleicht dieselben Vorstellungen, welche ich zuvor hatte, aber dazu später mehr.

Mein Alltag vor der Schwangerschaft sah genau so aus:

8.00 - 17.00 Uhr arbeiten, nach Hause fahren

17:30-21:30 Uhr Nägel modellieren im Homestudio

22:00 Uhr Essen, Serien gucken, duschen

ca. um 0:30 Uhr ins Bett

Wochenende: ausschlafen, shoppen fahren, zu Shootings unterwegs, hin und wieder mal unterwegs mit Freunden oder irgendwo Cocktail schlürfen etc.


Es war anstrengend, wirklich, aber das Nageldesign war mein kreativer Ausgleich und es war mein Ziel hier immer weiter zu kommen, darum durchbeißen und mit Vollgas voran.


Dann wurde ich 2018 schwanger. Es ist kein Geheimnis, dass ich nicht gerne schwanger war. Es freut mich für jeden der den Babybauch genießt, aber bei mir war es definitiv nicht so.

Ich weiß noch ganz genau, wie ich zu meinem Mann sagte: Wenn ich zu Hause bin, brauchst du nie etwas kochen, denn da hab ich Zeit, jeden Tag alles frisch zu machen, alles top sauber zu halten etc. etc.


Soll ich euch jetzt etwas sagen:


(Ich hör die Mamis unter euch schon kichern)




Ich bin weit davon entfernt :D


Die ersten Monate waren anstrengend, aber ich hatte Glück und Lena hat schon sehr früh, sehr lange geschlafen. Mama sein? Ist doch kein Problem. Damals hatte ich noch ziemlich alles gut im Griff. Auch habe ich im Homestudio Pause gemacht, daher hatte ich auch keine "Hygienemaßnahmen" oder Sonstiges, um was ich mich kümmern musste. Ja das Kind wird aber größer, und je größer desto anstrengender :D


Was soll ich euch da noch erzählen? Ich erzähl euch mal den Tagesablauf mit einem 13 Monate alten Kind.


7.00 Tagwache, Lena ist auf und lässt mir keine Zeit munter zu werden. Sie wacht auf und kennt keine Gnade. "Mama, Mama..." und steht im Gitterbett und quatscht bis ich doch mal richtig morgens etwas sehe und meinen Hintern hoch bewege.


Danach wickeln, Frühstück vorbereiten... Lenas Lieblingsfrühstück: Dinkeltoast mit Butter. Mit etwas Glück spielt Lena, bis der Toast fertig ist, meist jedoch hält Sie sich an meinen Waden fest und jammert schon, da sie Hunger hat.

Glaubt mir, bis ein Toast fertig ist, kann es einem vorkommen wie eine Ewigkeit.

Frühstücken, Kaffee trinken, mit Lena den Tag besprechen und planen.

So und dann gehts los, was steht wirklich so auf der "To Do List":

  • Wäsche waschen

  • Kochen

  • Spazieren gehen oder raus an die frische Luft

  • eventuell ein Nageltermin am Nachmittag (je nach Woche und Plan)

  • Nicht zuviel Chaos verursachen....

Das sollte doch möglich sein?


Wenn ich so etwas früher gelesen hätte, ohne Kind, würd ich mir denken... ja bitte wo ist das Problem? Hast ja den ganzen Tag Zeit...


Bis Lena gegessen hat, ich sie sauber gemacht und angezogen und das Geschirr weg geräumt habe, ist bestimmt schon 8.00 oder 8.15.

Mit etwas Glück beschäftigt sich Lena dann selbst, ich nutze es gleich morgens raus an die frische Luft zu gehen, da der Tag wieder heiß wird oder es doch wieder nachmittags regnet. Buggy aufgeklappt und dann alles einpacken.

"Nur mal schnell ne Runde gehn...." .... ja genau... funktioniert super.

Das Einpacken beginnt "Windeln, Feuchttücher, Hirsekringerl, Fläschchen mit Pulver, Thermoskanne, Schmusetuch, Stoffwindel, ein Buch, die liebe Ziege die Geräusche macht, Geldbörse, Schlüssel, Schnuller,Trinkbecher.


So hab ich jetzt alles?


Ich schau Richtung Buggy und denk mir "Dein Ernst?" Lena räumt grad den Buggy wieder aus.

Versuch Lena abzulenken, Lena beginnt zu weinen...

Lena lässt sich nicht mehr beruhigen... Lena will auf den Arm... versuche jetzt alles wieder in den Buggy zu räumen mit Lena am Arm... ich schwitze wie ne irre... so toll... ich muss vorher nochmal auf Toilette... lass Lena runter... Lena weint... wann endlich hört dieses extreme Klammern wieder auf... ich geh auf Toilette... Lena ist in der Toilette... Lena wickelt das ganze Toilettenpapier ab... ich rolle es wieder auf...


Mist... meine Hose hat schon wieder nen Fleck, Lena auf den Arm, über die Stiege in den oberen Stock... Wäschechaos... Mist ich wollte ja noch die Waschmaschine vorm weg gehen einschalten... Schnell umziehen... Lena leert inzwischen den Wäscheklammerkorb aus.... Lena spielt mit den Wäscheklammern... ich schau in den Spiegel... oh mein Gott... wie siehst du aus... hochroter Kopf... es ist so heiß... nochmal CC Creme ins Gesicht... Lena auf den Arm, wieder nach unten.... auf den einem Arm Lena, mit der anderen den Buggy draußen über die Stiege nach unten transportieren... Stiege wieder hinauf, Schlüssel in die Hand, zusperren... mit Lena nach unten... in den Buggy setzen... Sperre rein... Mist Handy vergessen... wieder rein... Handy suchen... wieder raus...


So inzwischen ist es ca. 9.30, draußen ist es jetzt schon so heiß, egal Lena hat Spaß.

Wir gehen shoppen, dann noch eine kleine Runde.... ca. um 10.30 gehen wir nach Hause... Lena ist schon müde... Lena schläft die letzten Meter im Buggy weg...


"Oh nein bitte nicht, ich brauch dein Mittagsschläfchen um selbst zu schlafen"


Zu Hause angekommen, Lena rausgenommen, Lena wacht auf... Lena ist putzmunter... versuche sie wieder hinzulegen, keine Chance... so jetzt Mittagessen machen... Lena hält sich die ganze Zeit an mir fest... versuche sie abzulenken... toll hat funktioniert.. für nicht mal 10 Minuten... Lena wird müde... Mittagessen noch nicht fertig... gebe ihr einen Snack... Lena ist zu müde für den Snack... lege mich mit Lena hin und versuche, dass sie einschläft... Lena schläft nicht ein... warten ... Buch lesen... Lena schläft ein... mein Engerl... abknutschen könnt ich sie, wenn sie so schläft... ich sitze jetzt da auf der Coach trinke einen Kaffee... es ist 12.00 Uhr und gefühlt bin ich seit 48 Stunden wach.


So soll ich jetzt fertig kochen? Fertig aufräumen? Endlich Wäsche machen?


Ja die Wäsche, ja runter in den Keller, Waschmaschine einschalten. Man bin ich müde... Kartoffeln fertig schälen, ab in den Dampfgarer.... müde... Lena ist wach, will nicht allein im Gitterbett schlafen... nehme Lena raus, beruhige sie, lege mich dazu... Lena und ich schlafen ein... der Dampfgarer weckt uns... Mist, hab voll drauf vergessen... schalte den Dampfgarer aus... schlafen noch ein wenig weiter... kommen auf... so jetzt aber schnell fertig kochen...




14.15 Manuel kommt nach Hause... Manuel, ich und Lena essen...

14.40 Uhr, um 15.00 Uhr kommt die Kundin... nochmal Kaffeewasser, Wasserkrug füllen und nochmal kontrollieren ob alles passt und nichts vergessen wurde.

15.00 Uhr, es klingelt an der Tür, Kundin ist da... Lena spielt mit Papa

16.45 Uhr, Kundin geht... tolles Gefühl... Kundin ist glücklich mit den neuen Nägeln und ich bin froh auch eine kleine Auszeit gehabt zu haben.

Ich schau rüber Richtung Apfelbaum und da sitzen sie, Lena im Babypool und Manuel daneben und spielt mit der Kleinen. Und dann weißt du, dass sich alles ausgezahlt hat.


Der ganze Stress der letzten Jahre um zu Hause arbeiten zu können, wenn Nachwuchs da ist.

Vergessen ist der Stress des Tages. Die Kleine quickt und lacht und hat Spaß.

Manuel berichtet mir von den letzten zwei Stunden.

Ich nehme Lena auf den Arm, knutsch sie ab, uiiiiii...jetzt bin ich auch klatschnass, macht nichts.


Manuel geht zu Hause weiter ans Werk, Terrasse wird gemacht und er geht jetzt weiter an die Arbeit.

So für Lena gibt es jetzt wieder etwas zu essen, der Hunger meldet sich, inzwischen wieder wickeln und so geht es dann weiter bis ca. 19.00 Uhr, danach ab in die Dusche, Abendfläschchen richten und dann ab ins Schlafzimmer.

Wenn alles gut geht schläft Lena gegen 19.30.

Heute ist nicht so ein Tag. Lena will nicht schlafen, ist müde, aber wehrt sich...

Nach 30 Minuten gebe ich auf. Lena wieder mit runter, spielen und das ganze beginnt von Vorne.

Letztendlich landet Lena um 21.30 Uhr im Bett. Am Liebsten würde ich gleich hier liegen bleiben und schlafen gehen.

Ich geh runter in die Küche, schalte das Babyphone ein, schau auf das Chaos. Bereite Wasserflasche und Fläschchen mit Pulver vor für die Nacht. Lena wird zwischen 0.00 und 1.00 Uhr aufkommen, da sie heute spät dran war mit dem einschlafen.


Brauche eine Stunde um das ganze Chaos zu entfernen und auch das Studio mit der restlichen Desinfektion, Staubsaugen, Wischen etc. auf Vordermann zu bekommen.

Zum Glück hilft mir mein Mann beim Spielsachen weg räumen, obwohl er auch den ganzen Tag gearbeitet hat.


22.30 Uhr ... bin ich müde... schaue auf meine Whatsapp Nachrichten... so spät... soll ich jetzt noch antworten? Ich antworte mal bei denjenigen bei denen ich weiß, dass sie sicher noch nicht schlafen.

So und dann muss ich noch Material und Cremen bestellen, noch ne E-Mail an die Gebietskrankenkasse, Konto checken.


0.10... Lena wacht auf, Fläschchen geben, Lena schläft weiter....

Es ist jetzt 0.30 Uhr, es ist nun wirklich Zeit schlafen zu gehen. Mist, ich hab die Wäsche in der Waschmaschine vergessen.

Egal...

Morgen ist Samstag.... Als Mama gibt es kein Wochenende. Morgen geht wieder alles von Vorne los.

So und jetzt sagt mir, was ist stressiger die Zeit mit oder ohne Kind ?


Aber warum tut man sich das an?

Ich sags dir, darum:



Dieser Blick, wenn dich dein Kind voller Liebe anschaut, ist unbezahlbar und lässt dich alles vergessen.

Erst dieses kleine Wesen, hat mein Leben richtig lebenswert gemacht.



Wie sind deine Erfahrungen als Mama oder Nicht Mama? Mich interessiert wie dein Alltag aussieht.


Bitte lass mir doch auch einen Kommentar da, wie dir dieser Beitrag gefallen hat. Ich freue mich auf euer Feedback.


Gute Nacht, bis nächste Woche :)


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